Dieses Jahr habe ich mich mit meiner Klasse zum ersten Mal bei den Klimaschützern beteiligt. Bei dem Projekt sammeln die Kinder für jeden Weg (zur Schule, zum Sport, Musikunterricht, usw.), den sie zu Fuß, mit dem Roller oder Fahrrad zurücklegen einen Aufkleber, eine „grüne Meile“. Der Aktionszeitraum beträgt eine Woche und jeder Lehrer kann selbst entscheiden, welche Woche er dafür nutzen möchte.
Dieses Projekt gibt es seit 2002, initiiert vom Klimabündnis. Kindergärten und Grundschulen europaweit nehmen daran teil. Das Klimabündnis stellt viele Materialien zur Verfügung. Jedes Kind erhält ein Sammelheft und grüne Aufkleber, es gibt einen Elterninformationsbrief, ein Plakat und Ideen für Unterrichtsstunden. Dafür ist normalerweise ein kleiner Betrag pro Kind fällig. Bei uns übernimmt das Klimabündnis bzw. die Kommune den Beitrag, so dass die Kinder nichts bezahlen müssen.
Anfangs dachte ich, wir sammeln einfach nur die grünen Meilen, aber die Broschüre hatte so viele tolle Unterrichtsideen, dass daraus eine ganze Projektwoche zum Thema „Schulweg/Klimaschutz“ wurde, die sich ohne viel Material und Vorbereitung sehr gut umsetzen ließ.
So beschäftigten wir uns beispielsweise damit, wie die Schulwege der Großeltern aussahen. Dazu bekamen die Zweitklässler einen Interviewbogen und viele Kinder haben tatsächlich die Omas und Opas in Italien, Rumänien, aber auch im Allgäu oder aus der näheren Umgebung angerufen und befragt. Da kamen interessante Geschichten heraus, die die Kinder sehr beeindruckten.
In einer weiteren Stunde besprachen wir den Treibhauseffekt – das lässt sich dank der mitgelieferten Bilder schon Erst- und Zweitklässlern einleuchtend erklären.
Heute schließlich forschten wir nach dem Weg der Lebensmittel zu uns. Zuerst vermuteten die Kinder, woher die Äpfel kommen, die es im Supermarkt zu kaufen gibt. Dann schauten wir uns die Etiketten von Obst und Gemüse an, das eigentlich auch bei uns wächst. Die Kinder waren sehr erschrocken, als sie da Länder wie Neuseeland, Chile oder Kenia lasen und noch mehr, als wir die Entfernungen auf einer Landkarte darstellten. 

Beim nächsten Einkauf werden mit Sicherheit einige auf die Herkunftsländer achten.

            
Zum Abschluss der Einheit dürfen wir noch den Bürgermeister besuchen, ihm unsere grünen Meilen präsentieren (die Meiler aller Kinder werden den Politikern bei der UN-Klimakonferenz übergeben) und ihm einige Wünsche zum Schulweg (keine parkende Autos auf Gehwegen, mehr Fußgängerüberwege, …) nennen. 
Ein absolut empfehlenswertes Projekt!

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