Da nun einige meiner Erstklässler bald mit der Lesekartei fertig sind, war ich auf der Suche nach einer sinnvollen Fortführung. Bei der Lesekartei geht es mir vor allem ums Erstlesen, lautes Vorlesen und das Zusammenlesen von Buchstaben und ersten Wörtern. Hier musste auch jede Karte mehrfach laut vorgelesen werden.

In einem zweiten Schritt wollte ich nun etwas haben, mit dem die Kinder ihre Lesefertigkeit schulen und Techniken erlernen. Auf vielen Blogs und ich Büchern gibt es ganz unterschiedliches Material, jedoch wirkte es auf mich immer wie ein „Stückwerk“ohne durchgehenden Grundgedanken.

Bei meiner Suche bin ich schließlich auf die Meilensteine aus dem Klett-Verlag gestoßen. Besonders positiv finde ich hier, dass es ein konsequenter Lehrgang mit rotem Faden ist, bei dem nach und nach verschiedene Lesestrategien geübt werden. Es gibt klare einfache Arbeitsaufträge, die visualisiert sind und sich immer wieder wiederholen.

Ich habe aus den Seiten Folienkarten gestaltet, so dass ich nun – wie in Mathe, Sprache untersuchen und Rechtschreiben – Bausteine mit jeweils einer Strategie (z.B. antizipieren, selektieren, …) habe, die durch diese Folienkarten dann geübt wird. Dazu habe ich jeweils einen Bausteineplan gestaltet, sodass jede Lesekarte einem Mitschüler zr Kontrolle bzw. Unterschrift vorgelegt wird. Am Ende des Bausteins wird – wie in allen anderen Bereichen auch – jeweils ein Test mit Selbsteinschätzung, Aufgaben und Rückmeldung geschrieben, der dem Schüler, mir und den Eltern zeigt, inwieweit die Lesestrategie beherrscht wird. Ein weiterer Vorteil der Meilensteinreihe: Die Tests sind schon dabei, so dass ich mir hier nichts aus den Fingern saugen musste, nur die Selbsteinschätzung und Rückmeldung fehlte noch.

Was mir an der Reihe außer der gut durchdachten Struktur noch gefällt ist die Auswahl der Lesewörter bzw. -texte. Es gibt nämlich auch für Jungs ansprechende Texte über Fahrzeuge, Vulkane, usw.
Aus jedem Heft habe ich drei Lesebausteine erstellt, nämlich Texte  vorbereiten, Texte verstehen und Texte verarbeiten. Jeden dieser Lesebausteine gibt es in vier Schwierigkeitsstufen. Gedacht habe ich es so, dass erst alle Strategien in der ersten Schwierigkeitsstufe (Wortebene) durchlaufen werden müssen. Danach wird ein Test geschrieben und erst dann dürfen die Strategien in der zweiten Schwierigkeitsstufe (Satzebene) bearbeitet werden usw.

Wahrscheinlich werden die Kinder nicht alle Bausteine in der ersten Klasse durchlaufen, sodass ich das System in der zweiten Klasse fortführen werde.

P.S.: Nur um einer Diskussion wie auf anderen Blogs zuvorzukommen: 

Ich habe keinerlei Vereinbarung mit dem Klett-Verlag, die Meilensteine habe ich selbst gekauft und bewerbe sie hier nur aus dem einen Grund, dass ich sie richtig gut finde und diesen Tipp gerne weitergeben möchte.