Ich finde offene Aufgaben eine wunderbare Ergänzung des Mathematikunterrichts.

„Offene Aufgabe“ bedeutet, dass die Aufgabenstellung ganz ohne Zahlen auskommt, so dass jedes Kind selbst einen für sich passenden Schwierigkeitsgrad wählen kann.

Bei mir findet die offene Aufgabe einmal in der Woche als so genannte „Knobelstunde“ statt. Die Kinder haben ein extra Heft für diese Aufgaben.

Oben auf die Seite kleben sie die Aufgabenstellung. Darunter arbeitet jedes Kind so viel und so schwierig, wie es das bewältigen kann.

Ein Beispiel: Die Aufgabenstellung der Erstklässler lautete: Schreibe Rechenaufgaben auf.

Ich finde es jede Woche wieder faszinierend, wie vielfältig die Ergebnisse sind und wie viele unterschiedliche Entdeckungen die Kinder hierbei machen. Manche Kinder haben einfach willkürlich Plusaufgaben gerechnet. Andere haben systematisch zu jeder Additionsaufgabe eine Tasuchaufgabe gerechnet (haben wir letzte Woche besprochen), wieder andere haben schon mit Umkehraufgaben gerechnet. Ein Schüler hat – ohne dass es bisher besprochen wurde – Entdeckerpäckchen gerechnet und wieder ein anderer Erstklässler hat gleich Malaufgaben gelöst. 

Alle Schüler waren sehr eifrig bei der Sache und jeder konnte in seinem Schwierigkeitsgrad rechnen ohne dass ich drei  differenzierte Arbeitsblätter erstellen musste.
Die Auswertung der offenen Aufgaben geschieht bei mir bisher auf zwei verschiedene Arten: Manchmal kommen wir im Kreis zusammen und jeder darf ein paar seiner Aufgaben und Ergebnisse präsentieren, machmal liegen alle Hefte offen auf den Plätzen und die Kinder laufen durch unser „Knobelmuseum“. Am Ende besprechen wir dann, was den Kindern alles Besonderes bei den Heften der anderen aufgefallen ist.

Was ich bei diesen Aufgaben herausragend finde: Die Kinder sind viel motivierter als bei anderen Aufgabenformen und nehmen ihre Hefte gerne freiwillig mit nach Hause, um bis zur nächsten Woche noch weitere Aufgaben zu lösen, die sie dann zu Beginn der nächsten Knobelstunde stolz präsentieren.
Zur Organisation: Ich habe alle offenen Aufgaben in einem Ordner schon für das ganze Schuljahr fertig kopiert für beide Jahrgangsstufen und unterteilt in Kategorien wie „Sachrechnen“, „Additions- und Subtraktionsaufgaben“, „Größen“, usw.

Je nach momentanem Thema in Mathe suche ich mir dann die passenden Aufgaben heraus.

Richtig gute Beispiele für offene Aufgaben gibt es meiner Meinung nach von Renate Rasch. Man kann entweder ihre Publikation kaufen oder bei der Uni Dortmund sehr viele Beispielaufgaben kostenlos downloaden.

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