Ich will euch heute mal beispielhaft beschreiben, wie ich ein neues Thema mit beiden Jahrgangsstufen gleichzeitig einführe.

Heute ging es um den Zahlenstrahl. Vorausgegangen war bei den Zweitklässlern eine Einheit zur Hundertertafel, daher habe ich zu Beginn der Stunde daran angeknüpft. Wir haben die Hundertertafel betrachtet und die Zweitklässler haben den Erstkässlern einiges daran erklärt (war eine gute Wiederholung). Dann wurde die Hundertertafel in Zehnerstreifen zerschnitten (die Vorlage habe ich aus dem Lernstübchen verwendet) und zu einem langen Zahlenstrahl geklebt. Dabei konnten Erst- und Zweitklässler wunderbar zusammen arbeiten.

Anschließend wurden alle Zehnerzahlen farbig markiert. Selbst meine schwächste Erstklässlerin hat das Prinzip verstanden („immer, wenn eine Null am Schluss ist“) und konnte mithelfen.

Bei den folgenden Übungen habe ich immer zwischen Aufgaben für Erst- und Zweitklässlern abgewechselt, vor manchen Übungen haben wir neue Begriffe (z.B. nachbarzahlen, Nachbarzehner) eingeführt.

1) Die Erstklässler haben auf eine beliebige Zahl des Zahlenstrahls ein Plättchen gelegt. Konnte der Zweitklässler richtig die verdeckte Zahl sagen, gab es einen Punkt.

2) Die Zweitklässler haben eine Zahl im ZR bis 10 verdeckt, die Erstklässler mussten die Zahl nennen und die Nachbarzahlen.

3) Die Erstklässler haben eine Zahl verdeckt, die Zweitklässler mussten die Zahl und die Nachbarzehner nennen.

4) Ich habe Rätsel gestellt, die von beiden gelöst werden sollten, wobei die Erstklässler (und die schwächeren Zweitklässler) den Zahlenstrahl zur Hilfe nehmen konnten (z.B. Meine Zahl ist zwischen 30 und 40 und hat 6 Einer).
Das Wunderbare an der Stunde war, dass wirklich für jeden etwas dabei war. Die schwächeren Erstklässler sind im Zahlenraum bis 10 geblieben, die Fitten haben sogar schon Nachbarzahlen bis 100 gesucht, gefunden und richtig benannt (manchmal mit Hilfe der Zweitklässler).

Auch schwächere Zweitklässler konnten im kleineren Zahlenraum arbeiten, ohne dass es groß auffiel.

Was ich auch sehr positiv fand: Sowohl Erst- als auch Zweitklässler haben sehr gut darauf geachtet, dass ihr Partnerkind nicht nur die Nachbarzahlen bzw. -zehner nennt, sondern immer einen ganzen Satz mit „Mathewort“ verwendet („Die Nachbarzahlen heißen … und …“), sonst gab es keinen Punkt.
Ich glaube, beide Jahrgangsstufen konnten sehr gut voneinander profitieren und haben etwas Neues gelernt.